Donnerstag, 23. Mai 2013

WARUM ICH NICHT MEHR IN ADRETTE CLUBS GEHE

Ihr feierfreudigen Stalker!

In den letzten Wochen habe ich mein übliches Gammelhabitat verlassen und mich zu Zelebrationszwecken in etwas feudalere Lokalitäten begeben: das Moondoo in Hamburg und die Nachtresidenz in Düsseldorf. Man ist ja offen für Neues und hat sonst nichts zu tun. Da Lob stets vor dem Tadel kommt, sei an dieser Stelle angemerkt, dass die Mucke in beiden Läden recht gut war und ich ein adäquates Maß an Cypress Hill vernehmen konnte. Zudem gehörte zum jeweiligen DJ-Gefolge immer mindestens ein Mann mit Cap, der so dermaßen schön war, dass ich ihn gern meinen Kaninchen vorgestellt hätte. Da ich im Beisein schöner Männer mit Cap aber zu einer Art Justin Bieber Groupie mutiere, habe ich mich lieber hinter einem Barhocker versteckt. Schade. Wie dem auch sei - abgesehen davon ist mir die Feierkultur in schicken Schuppen maximal suspekt.

Die Frauen - Out of control and hungry for cock

Während ich konsequent in meiner Uniform aus Sneakers und goldenen Creolen unterwegs war, begegnete ich einer Vielzahl perlenbeohrringter Blondinen in schwarzen Microkleidchen. Diese Damen verbringen die erste Hälfte des Abends damit Duckface- und Tittenfotos von schräg oben zu schießen und so auch ihre gesamte Facebookgemeinde an ihrem abendlichen Abenteuer teilhaben zu lassen. Zu fortgeschrittener Stunde erklimmen sie mit ihren 13cm hohen Heels sämtliche Boxen und Tische des Clubs und wackeln leidenschaftlich heftig mit den sekundären Geschlechtsmerkmalen. In einem Moment besonderer Extase entweicht der ein oder anderen hierbei ein "Whoooooooooooooo". Wenn auch dies nicht die gewünschte männliche Aufmerksamkeit bringt, beginnen sie sich schließlich eroddisch an der besten Freundin zu reiben. Na wenn das der Investmentbanker-Papa wüsste.

Abgesehend davon, dass ihr euch beim Tanzen offenbar für Beyoncé haltet, obwohl ihr vielmehr einem Rudel läufiger Hündinnen ähnelt, kann ich von der Tanzfläche unter eurer Microkleid bis zum Victoria's Secret Höschen gucken. Es ist rosa. Just saying. 




Die Männer - Mehr Geld als Gehirn

Diese lassen sich im Wesentlichen in zwei Kategorien einteilen: Die Bonzen und die Prolls. Der Bonze von Welt trägt ein gut sitzendes Hemd von Armani oder Ralph Lauren, und eine wunderprächtige Markenuhr am Handgelenk, anhand derer sich die Dicke seines Geldbeutels ablesen lässt. Jene Männer pilgern eifrig durch dem Club und versuchen eine der perlenbeohrringten Wannabe-Beyoncés zu Champagner und Paarung einzuladen. Nachdem sich einer dieser Spezies in der Nachtresidenz eine Weile vergeblich an mir und meiner Freundin die Zähne ausbiss, zog er sein letztes Reichtumsass aus dem Armaniärmel: "Ich habe meine Mutter letztes Jahr auf eine Wellnessreise nach Mexico eingeladen. Und meine Frau würde ich genauso auf Händen tragen."

Wen hast du doch gleich nach Mexico eingeladen? Ach ja - DEINE MUDDER!

Die Prolls haben nicht so viel Kohle wie die Bonzen und versuchen das mit ausuferndem Bodybuilding zu kompensieren. Sie tragen bevorzugt kurzärmelige Hemden und ein kreatives Tribal auf dem anabolikagestählten Bizeps. Leider bin ich ein kleiner Magnet für diesen Typ Mann, und so komme ich häufig in die unangenehme Situation Menschen abwimmeln zu müssen, die über den IQ eines Brotes verfügen. Erinnert sich hier noch jemand an Grawp, den Riesen aus Harry Potter? Genau so. Eine beliebte Anmache der Grawps ist zum Beispiel der Hinweis darauf, dass wir beide offenkundige Anhänger der Körperkunst sind. Ein stumpfsinniger Blick, dreißig Sekunden des Nachdenkens, ein stumpfsinniges Nicken, dreißig Sekunden des Nachdenkens, ein stumpfsinniger Fingerzeig auf meinen Oberarm: "Du hast da auch ein Tattoo".

Das, mein gepumpter Freund, hast du ganz vortrefflich erkannt. Hier hast du einen Keks.


 

DIE VIP-LOUNGE - Gipfel des Grauens

Dieses Phänomen ist ähnlich interessant zu beobachten wie das Affengehege im Zoo, nur dass ich für die Orang Utans eindeutig mehr Sympathie aufbringen kann. Die betuchtesten der gut betuchten Herren sitzen in einem vom Pöbel abgetrennten Bereich des Clubs und konsumieren teuren Wodka aus teuren Flaschen mit Glitzer. Nach und nach platzieren sich einige besonders läufige Wannabe-Beyoncés vor der Absperrung und geben dort ihr zuvor beschriebenes Programm aus Arschwackeln und "Whooo" zum Besten. Hierbei werfen sie immer wieder hoffnungsvoll-erotisierende Blicke zu den reichen Männchen, bis sich schließlich einer ihrer erbarmt und sie mit einem lässigen Wink ins Eldorado der Glitzerflaschen einlädt. Fortan muss sich Beyoncé nicht mehr verzweifelt an ihrer Freundin reiben, sondern kann dies eindrucksvoll am Gemächt ihres großzügigen Gönners tun. Er schenkt ein, sie lässt sich begrabschen. Überall. Vielleicht darf sie sogar nächstes Jahr mit nach Mexico. Eine Win-Win Situation für alle Beteiligten! Hurra!

Im Grunde kann ja jeder tun und lassen was er möchte. Wenn du deinen Arsch für eine Glitzerflasche Wodka verkaufen möchtest, dann wünsche ich dir viel Freude dabei. Augenzeuge möchte ich aber in naher Zukunft nicht mehr werden - da kann ich mir genauso gut eine RTL II Doku über Flavio Briatores Billionaire Club reinziehen.

Findet ihr das genauso befremdlich wie ich, oder schmeißt ihr selbst des Öfteren die Fuffies durch den Club?
V.

Sonntag, 19. Mai 2013

WHAT TO WEAR - FESTIVALS & OPEN AIRS

Freunde der elektronischen Tanzmusik! 

Obwohl ich bekanntlich hart auf Wu-Tang und den Fugees hängen geblieben bin, gedenke ich im Sommer häufig unter freiem Himmel zu Musik mit wenig Stimme und viel Bass herumzuspringen und mich des Lebens zu freuen. Neben diversen Open Airs hier in Hamburg stehen drei Tage Ausnahmezustand auf dem SonneMondSterne Festival in der Thüringer Einöde auf meiner To-Escalate-Liste. Ich kenne mich zwar nicht aus, aber angeblich ist das Line up mit Kalkbrennermenschen durchaus vorzeigbar. Dementsprechend übe ich mich schon mal im Fistpumping und durchforste das Internet nach kompatibler Kleidung. In der Sonne tanzen und Strohhüte gehen für mich nämlich Hand in Hand. Damit auch ihr ein bisschen kugelige Inspiration für eure Sommergarderobe bekommt, habe mal drei Outfits zusammengestellt.

    Modischer Gehirnauswurf I

dreamed of paradise


   Modischer Gehirnauswurf II  

 

wild at heart


     Modischer Gehirnauswurf III 


adventure is out there


Am allermeisten anfreunden werde ich mich wohl mit dem zweiten Look, da weiße Printshirts und Denimshorts quasi sowieso meine Uniform sind und ich dieses Jahr den Gymsack wieder aufleben lassen möchte. Was meint ihr? Treibt ihr euch dieses Jahr auch auf Festivals rum und wenn ja, mit Strohhut?
V.

Donnerstag, 16. Mai 2013

SNOOP, DAS SEXUELL FRUSTRIERTE KANINCHEN

Flauschfreunde und Geisteskranke!  
Wenn ihr diesen Post tatsächlich lesen möchtet, müsst ihr wohl zu einer dieser Kategorien gehören.

Wie ihr wisst, führe ich seit geraumer Zeit eine mormonische Vierecksbeziehung mit meinen Kaninchen. Auch wenn man das als liebende Bunnymother niemals zugeben sollte, neige ich dazu, wahlweise einen von den dreien zu bevorzugen. Erfahrungsgemäß schwankt diese Präferenz zwischen den Männchen Nike und Dizzee, weil diese mit ausgesprochener Niedlichkeit gesegnet wurden. Hasendame Snoop wurde ihrerseits weniger mit Niedlichkeit und mehr mit einem ausgeprägten Drang gesegnet, die Jungs zu terrorisieren. Wenn sie nicht gerade schläft, beißt sie den beiden in den Arsch. Dementsprechend bestand Snoops und mein Verhältnis stets primär aus Drohgebärden und strafenden Nackengriffen. In letzter Zeit habe ich mich allerdings intensiv in Snoops Psyche hineingefühlt Ich habe ja sonst keine Hobbies und kann sie nun in gewissem Maße verstehen. Stellt euch mal vor, ihr würdet mit zwei astreinen Rammlern zusammenwohnen, und keiner der beiden möchte sich mit euch paaren, weil ihre Hoden in einer tierärztlichen Mülltonne verrotten. Ihr wollt Babies machen, die Männer wollen lieber eine Karotte verspeisen. Das muss doch maximal frustrierend sein! Ich schätze, dass Snoop darum wirklich starke Probleme mit ihrem Selbstbewusstsein hat und das mit ausschweifender Gewalt kompensiert. 

auch der Schenkel möchte keinen Sex mit Snoop haben


Und es ist ja nicht so, als würde Snoop ihre Wut nur an ihren eunuchigen Hasenfreunden auslassen. Aus Rache dafür, dass ich die Entmannung der beiden veranlasst habe, verspeist sie leidenschaftlich gern meine Bettlaken und Kissenbezüge. Lasse ich Snoop unbeaufsichtigt auf meinem Bett herumhopsen, so darf ich mich wenig später an einem Berg Daunenfedern erfreuen. Scheuche ich sie zurück in den Käfig, so erklimmt sie alsbald Dizzees Rückseite und rammelt ihn als ob es kein Morgen gäbe. Ganz richtig - sie rammelt ihn. Pam Pam Pam. Und er kaut weiter unberührt auf seiner Karotte herum. Ihren emotionalen Tiefpunkt hat Snoop wohl erreicht, als eines Tages die Muttergefühle mit ihr durchgingen und sie ein Nest für ihre nicht vorhandenen Kinder bauen wollte. Sie transportierte zu diesem Zweck Stroh, rudimentäre Kissenbezüge und eine Sofadecke quer durch meine Wohnung und rupfte sich das halbe Bauchfell raus, um eine möglichst flauschige Höhle für sich und hundert imaginäre Hasenbabies einzurichten. Die niemals kommen werden. Wie traurig ist das denn büdde? Bevor mir jemand was von seinem beschissenen Singleleben vorjammert, soll er sich erstmal in die Lage meines sexuell frustrierten Kaninchens versetzen.

Jedenfalls habe beschlossen fortan mehr Verständnis für Snoops hohes Aggressionspotential aufzubringen. Sie bekommt nun regelmäßig Extrablätter das Kaninchenpendant zu Trostschokolade und ich führe viele einfühlsame Gespräche mit ihr. Sage ihr, dass sie ein ganz wunderprächtiges Tier ist und sich nichts aus dem Desinteresse ihrer Artgenossen machen soll. Und so. Männer sind halt manchmal seltsam, auch Kaninchen. 

Mitleid?
V.